TSV Friesen Hänigsen startet mit neuer Führung einen Neuanfang

Aufbruchstimmung bei den Friesen-Fußballern

Quelle: Marktspiegel, 5. September 2020

Hänigsen (kd). Wie sich die Zeiten doch ändern.  Exakt 70 Jahre sind es her, dass die Traditionsvereine TSV Friesen Hänigsen und SV Hertha Otze im Fußball zu den Aushängeschildern nicht nur im Altkreis Burgdorf gehörten.  MTV Gifhorn, FC Wolfsburg, Fortuna Celle, SC Wesendorf, VfB Fallersleben, Eintracht Celle, MTV Rethmar, TSV Burgdorf, MTV  (VfL) Wathlingen, TSV Wietze, SV Tülau/Fahrenhorst und VfL  Lehrte hießen in der Bezirksstaffel Heide-Süd die zwölf Gegner, mit denen es die beiden Vertreter aus dem Kreis Burgdorf zu tun hatten, wobei die Mannschaften der ehemaligen Verbandsligisten aus Gifhorn und Wolfsburg als die führenden Mannschaften in der Heidestaffel Süd die Herbstmeisterschaft im Spieljahr 1950/1951 unter sich ausmachten.

Am 1. Spieltag kam es im Hänigser Stadion erneut zum Aufeinandertreffen der Granden von einst. Doch haben es die Traditionsvereine aus Otze und dem „Kasparland“ aus Hänigsen gar nichts mehr mit den heutigen Oberligisten wie dem MTV Gifhorn oder Eintracht Celle  zu tun. So handelt es sich bei den Gegnern aus der 4. Kreisklasse, Staffel 4,   lediglich beim MTV RW Eltze um eine erste Mannschaft. Ansonsten haben es die „Friesen“ und die „Herthaner“  bei ihren Punktspielgegnern mit Reservemannschaften, wie vom TSV Eintracht Obershagen II, MTV Rethmar II, TSV Germania Arpke II, SV Sorgensen II, FSC Bolzum/Wehmingen II oder gar III. Mannschaften wie der TSV Burgdorf III, Sportfreunde Anderten III, oder dem Polizei SV Hannover III zu tun.

Für den sportlichen Absturz  gibt es triftige Gründe. Während Hertha Otze sich vor zwei Jahren vom Spielbetrieb  zurückzog und seine 1. Mannschaft, wie jetzt auch der MTV Immensen, vom Spielbetrieb abmeldete und erst im vergangenen Jahr wieder mit einer Mannschaft in der 4. Kreisklasse an den Start ging, folgte der TSV Friesen Hänigsen in dieser Saison dem Beispiel der Otzer.. Allerdings nicht unter Zwang, sondern mit dem Unterschied, dass die „Friesen sich vom Spielbetrieb aus der 1. Kreisklasse aus freien Stücken zurückzogen und nun in der 4. Kreisklasse einen Neuanfang starten.

„Das war unsere eigene Entscheidung. Wir haben uns etwas dabei gedacht, wenn wir jetzt in der untersten Klasse starten, um so  einen soliden Aufbau zu betreiben“,  ließ Nils Bork wissen, der in der vor einer Woche zuvor in der Aula der Grundschule in Hänigsen von den 28 anwesenden Fußballern einstimmig zum Nachfolger von Frank Voigt gewählt wurde, der sich nicht wieder zur Wahl stellte. Zum 2. Vorsitzenden der Fußballer wurde Sven Osterloh als Nachfolger von Nils Bork gewählt, der zuvor den Vizeposten innehatte.

Neuer Spielausschussobmann ist jetzt  Gerrit Hoffmeister, der Jan Schultz ablöst und mit seinem Verein neben der 1. Mannschaft noch mit einer Ü-32 Mannschaft (Alte Herren), Ü 40-Mannschaft (Alt- Altmannschaft und einer Ü-50 Mannschaft an den Punktspielen teilnimmt. Zur neuen Geschäftsführerin und Jugendleiterin wurde Petra Neubert als Nachfolgerin von Romy Apenberg (Herrmann) gewählt, die für ihre 4-Jährige ehrenamtliche Tätigkeit mit einem Präsentkorb geehrt wurde. Für den Punktspielbetrieb nimmt der „Friesennachwuchs“ mit einer G-, F-, E-, und D- Juniorenmannschaft, sowie einer Mädchen- B-Juniorenmannschaft teil.

„Wir müssen nach den jüngsten Zusammenschlüssen unserer Nachbarvereine im Jugendbereich mit Spielgemeinschaften sicherlich auch über neue Wege im Jugendbereich nachdenken“,. räumte Nils Bork ein, der nicht erst nach der Jahreshauptversammlung von einer Aufbruchstimmung in der Fußballsparte sprach. „Der Rückzug war von uns so gewollt, obwohl wir finanziell mehr als gesund sind, da wir gut gewirtschaftet haben.  Zu schaffen haben uns allerdings einige Abgänge, wie der von Lennart Liebenau (Adler Hämelerwald), Sven Wedemeyer (Beendigung der Laufbahn) Fabrizio Rizzo (SV 06 Lehrte II), oder Marcel Köhne (TuS Eicklingen) gemacht“, räumte  Nils Bork ein, der selber noch aktiv am Spielgeschehen der 1. Mannschaft teilnimmt.

Mit Sven Heinemann wurde ein neuer Trainer für Axel Hoff verpflichtet, der aus freiwilligen Stücken auf das Traineramt verzichtete. „Obwohl wir uns vom Spielbetrieb der 1. Kreisklasse aus freien Stücken zurückgezogen haben, herrscht bei unserem jungen, kompetenten Team nicht nur totale Zufriedenheit, sondern auch eine große Aufbruchstimmung“, sagte der 30-jährige im elterlichen Unternehmen tätige SAP-Anwendungstechniker, Nils Bork, der zusammen mit seinem Trainer Sven Heinemann und seinem Kotrainer Gerrit Hoffmeister mit folgenden Mitspielern in der untersten Kreisklasse einen Neuanfang starten will:

Jan Heinemann, Dominik Laue, Leonnard Bierod, Simon Schreiber, Lani Gjerne, Nyang Mamou -Ibo, Steven Bim-Pong, Nils Bork, Lucien Sibilski, Besnik Lani, Maximilian Gluch, Kawa Ezzat Jeejo, Cetin Ersu, Sven Osterloh, Qendrim Ramadani, Sedat Akyol, Sven Heinemann, Modu-Peter Nitsch, Tobias Judel, Ömer Savucu, Florian Michel Bank, Kevin Rosen, Niklas Schröder, Ilhan Özden, Gerrit Hoffmeister.